Arbitrage

Der Begriff „Arbitrage“ stammt ursprünglich aus dem Wirtschaftsbereich und bezieht sich auf Börsengeschäfte, die Gewinn dadurch erzielen, dass es Unterschiede bei Preisen, Kursen und Zinsen zwischen verschiedenen Märkten gibt. Durch die Arbitrage werden somit Preisdifferenzen zwischen Teilmärkten ausgeglichen und unter Umständen auch genutzt, um Profite zu machen.

Im Affiliate-Marketing hat die Bezeichnung Arbitrage noch eine andere Bedeutung. Hier besteht die Arbitrage-Taktik darin, Werbung auf eigene Affiliate-Links zu schalten, um dadurch die Chance auf eine Conversion und somit eine Provision zu erhöhen. In diesem Zusammenhang ist die Bezeichnung Affiliate Arbitrage üblich. Der Kursunterschied von Klicks oder Konversionen zwischen den Märkten der Nutzer und den Vermarktern wird ausgenutzt, um Provisionen zu generieren.

Typisierung der Affiliate Arbitrage-Strategien

Ähnlich wie im Bankenwesen zwischen Devisenarbitrage, Differenzarbitrage und weiteren Typen unterschieden werden kann, lassen sich auch im Marketing verschiedene Formen der Arbitrage ausmachen. Dabei kann der Weg zur Provision über mehrere Websites und Netzwerke erfolgen.

  • Arbitrage auf Affiliate-Websites: Diese Methode wurde lange Zeit in Kombination mit der Schaltung von Anzeigen über Google AdWords angewandt. Dabei schaltete ein Affiliate Anzeigen über das Werbenetzwerk und versuchte, diese so hoch wie möglich zu platzieren. Die Besucher kamen dann auf die Affiliate-Seite und konnten einen Link zu einem Produkt z.B. auf Amazon anklicken. Heute funktioniert diese Taktik nicht mehr mit Google AdWords, da Google derartige Methoden in seinen Nutzungsbedingungen verbietet und seit dem Jahr 2007 aktiv gegen Arbitrage vorgeht.[1]
  • Arbitrage mit Websites, die AdSense von Google nutzen: In diesem Fall haben Affiliates ebenfalls mit Google-Werbung Traffic auf Ihre Websites geleitet, wo wiederum Anzeigen über Google AdSense eingebaut waren. Wenn dann die Klickpreise für Google AdWords niedriger waren als die Einnahmen über Google AdSense, konnte ein Affiliate Gewinn mit dieser Form der Arbitrage machen. Auch diese Taktik wird heute durch die Programmrichtlinien von Google AdWords ausgeschlossen und durch das Google-System unterbunden.
  • Arbitrage von Preissuchmaschinen: Auch Preisvergleiche arbeiten häufig mit der Arbitrage-Methode. Hierbei wird versucht, nicht über organische Suchtreffer zu punkten, sondern die Betreiber setzen Werbelinks, zum Beispiel mit Google AdWords, auf ihre Preisvergleiche und erhalten wiederum Provisionen für Sales oder Klicks. Derartige Suchanzeigen arbeiten meist mit vielen Platzhaltern, um ein möglichst breites Spektrum an Keywords abzugreifen. Affiliates wiederum schalten vielfach auch Werbung auf Preissuchmaschinen, auf welchen dann eigene Anzeigen geschaltet werden, wofür Sie letztendlich Provision erhalten. Diese Modell ist relativ häufig anzutreffen und einige Preissuchmaschinen generieren damit hohe Gewinne. Zu unterscheiden wäre der Nutzen für den User, der bei den anderen Modellen gegen Null tangiert.[2]

Beispiel

Ein Affiliate wirbt auf Suchmaschinen durch Affiliate Marketing (meist durch Cost-Per-Click-Geschäfte), um Traffic für seine Blogs zu generieren. Gleichzeitig werden in seinen Blogs, die er über die Cost-Per-Click-Kampagnen vermarktet, die Anzeigen von einem Google AdSense-Programm geschaltet. Meist kostet den Blogger die Werbekampagne mehr als er an der Werbung auf dem Blog verdient. Der Preisunterschied ist dabei der eigentliche Preis, den der Publisher für den Traffic an den Blogger bezahlt.

Markenrechtsverletzungen beim Affilate Arbitrage

Ähnlich wie beim Brand Bidding kann Affiliate Arbitrage bestimmte Markenrechtsverletzungen nach sich ziehen. Denn die Keywords, auf die Werbeanzeigen geschaltet werden, dürfen keine expliziten Markennamen beinhalten. Ist dies doch der Fall, können die genannten Unternehmen oder ihre Marke eine Markenrechtsverletzung einerseits bei Google melden und andererseits rechtlich dagegen vorgehen. Um überhaupt darauf aufmerksam zu werden, können sogenannte Brand Protection Tools eingesetzt werden. Beispielsweise BestBrandProtection, NetBooster, AdPolice, Markmonitor oder Xamine, um nur einige zu nennen.[3]

Bedeutung für das Online Marketing

Durch die Arbitrage lässt sich der Gewinn einer Affiliate-Kampagne im Prinzip zusätzlich steigern. Allerdings sollte sich jeder Affiliate zunächst die Frage nach dem Nutzen für den Konsumenten stellen und zum anderen überlegen, ob die Investition in Werbung für die eigenen Affiliate-Links nicht besser in andere Marketingmaßnahmen wie besseren Content investiert wären.

Wer demnach durch Arbitrage Gewinn erzielen möchte, muss alle wichtigen KPI wie den Cost per Click oder Cost per Action permanent überprüfen. Für Affiliate-Werbekunden ergibt sich durch Formen der Arbitrage vielfach ein unübersichtliches Bild und es wird schwierig, einen ROI zu bestimmen. Dieser ist nämlich nicht nur abhängig von dem Abrechnungsmodell, sondern auch von der Erfahrung des Marketers – er muss das System sehr gut kennen, um es legal zu manipulieren.

Im schlechtesten Fall wird Arbitrage nur eingesetzt, um die Klickzahlen auf Affiliate-Maßnahmen künstlich zu erhöhen, um dem Werbekunden eine erfolgreiche Affiliate-Kampagne vorzutäuschen. Hinzu kommt, dass Suchmaschinen wie Google gegen derartige Strategien vorgehen, sobald ihr System zugunsten des Profits und ohne reale Nutzerinteressen ausgenutzt wird. Strategien wie Affiliate Arbitrage sind in der Regel nur ein kurzfristiges Geschäft. Wenn die Regeln und Nutzungsbedingungen verändert werden, ist das Geschäftsmodell an seinem Ende angelangt.

Einzelnachweise

  1. Businessmodell AdSense-Arbitrage vor dem Ende? selbstaendig-im-netz.de. Abgerufen am 24.08.2015
  2. Diese Unternehmen geben am meisten für Google Adwords in Deutschland aus onlinemarketingrockstars.de. Abgerufen am 24.08.2015
  3. Brand Protection: Markenschutz in der Suchmaschinenwerbung adzine.de. Abgerufen am 24.08.2015

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