Google Update

Der Begriff „Google Update“ wird heute meist für große und strukturelle Änderungen des Google Algorithmus’ verwendet. Lange Zeit wurden auch die Aktualisierungen des PageRanks als Google Updates bezeichnet. Die Folgen der Algorithmusanpassungen sind vielfach gravierend und decken schnell eine mangelhafte Optimierung einer Website auf. Die meisten Google Updates wurden eingeführt, um gegen Webspam in den SERP vorzugehen.

Hintergrund und Entwicklung

Schon zwei Jahre nach der Gründung von Google etablierten die Entwickler des Unternehmens den sogenannten PageRank, kurz PR, um die Qualität von Websites annäherungsweise zu bestimmen. Zugleich wurde die Google Toolbar eingeführt, damit User anhand des PageRanks nachvollziehen konnten, ob eine Internetseite vertrauenswürdig oder qualitativ hochwertig ist. Man könnte behaupten, dass mit dieser Maßnahme erstmals ein großes Update bei Google durchgeführt wurde, das der Steigerung der Qualität innerhalb der SERP dienen sollte.

Mit dem Erfolg der Suchmaschine und der zunehmenden Abhängigkeit der Webmaster von guten Google-Rankings entwickelte sich die SEO-Szene, die ihren Kunden dabei hilft, gute Positionen in den Suchergebnissen zu erzielen. Die für die Optimierung angewandten Methoden waren darauf beschränkt, Bugs und Lücken im Algorithmus der Google-Suche zu nutzen, um gezielt daraufhin zu optimieren. So war Keyword Stuffing z.B. zu Beginn des neuen Jahrtausends eine weit verbreite Praxis, um gute Suchmaschinenrankings zu erzielen.

Noch bis zum Panda Update waren auch Links aus Linknetzwerken, die das betreffende Money Keyword als Linktext verwendeten, ein probates Mittel der Offpage-Optimierung. Doch das Google-Webspam-Team um Matt Cutts arbeitet erfolgreich daran, die Algorithmen für die Suche stets zu verbessern. Die Resultate dieser Bemühungen lassen sich nach den in immer kürzeren Intervallen durchgeführten Google Updates feststellen.

Als Konsequenz der zahlreichen Algorithmus-Änderungen lässt sich bis heute allgemein feststellen,

  • dass Suchmaschinenoptimierung sich von einem „Hobby für Nerds“ zu einer immer professionellen Berufsgattung entwickelt hat und heute ein fester Bestandteil des Online-Marketings geworden ist.
  • dass Optimierungsmaßnahmen immer wieder hinsichtlich aktueller Entwicklungen hinterfragt und angepasst werden müssen.
  • dass heute weit mehr als 100 Faktoren das Ranking einer Website beeinflussen.
  • dass Semantik bei der Websuche ein immer wichtigeres Thema wird.

Google Updates in chronologischer Reihenfolge

Die einzelnen Änderungen im Google Algorithmus erhielten nach und nach prägnante Namen und belegen das Faible bei Google abwechslungsreiche Bezeichnungen für seine Produkte zu finden und zu präsentieren. Während die Updates des Smartphone-Betriebssystems vorwiegend nach Desserts und Süßigkeiten benannte werden, tragen signifikante Google-Updates neben Namen von Städten auch Tiernamen oder die Namen alkoholischer Getränke. Eine konsequente Verwendung bestimmter Kategorien gibt es jedoch nicht.

Google Updates History

Quelle: Hubspot

* 2000: Durch die Einführung der Google Toolbar und des PageRank macht Google deutlich, dass es an der Qualität der in den SERP gelisteten Websites interessiert ist. Der PageRank hat sich bis heute als Indikator für die Qualität einer Internetseite gehalten. Starke Veränderungen des PageRank sind z.B. ein Hinweis für die Abwertung einer Seite durch die Google-Algorithmen. Nach der Einführung der Toolbar wurden starke Veränderungen der SERP festgestellt.

* 2002: Das erste dokumentierte genuine Google Update wurde im September des Jahres 2002 durchgeführt. Während die Google-Suchergebnisse große Ranking-Änderungen aufwiesen, gab Google nichts zu den Details des sog. „1st documented update“ an die Öffentlichkeit heraus.

* 2003: Anlässlich der „Search Engine Strategies“, einer Konferenz, die im Jahr 2003 in Boston stattfand, präsentierte Google ein neues Update seiner Suchalgorithmen. Namensgeber war damals die ausrichtende Stadt für die Konferenz. Folglich wurde es das „Boston Update“ getauft. Bestandteile der Neuerungen waren Änderungen im Algorithmus, die fortan in kleineren Zeitabständen durchgeführt wurden. Zugleich aktualisierte bzw. erweiterte die Suchmaschine ihren Index. Eine direkte Folge des Boston Updates war der sogenannte Google Dance, d.h. starke Rankingverschiebungen, die jedes Mal nach dem Ausrollen der Änderungen erfolgten. Mit dem Boston Update wurde der Startschuss für eine schnelle Folge an Änderungen gegeben.

* April 2003: Mit dem sogenannten Cassandra Update ging das Anti-Webspam-Team von Google gegen versteckte Inhalte vor. Von massiven Rankingverlusten waren demnach Websites betroffen, die mit im Quellcode für Bots hinterlegte Links und Texten arbeiteten, die jedoch für den User nicht sichtbar waren. Keyword Stuffing war zu diesem Zeitpunkt zumindest in versteckten Elementen kein wirkungsvolles Mittel zur Optimierung von Websites mehr. Darüber hinaus wurden mit dem Cassandra Update auch Internetseiten bestraft, die mit weiteren eigenen Seiten massiv Links getauscht hatten. Es folgten eine Reihe von Updates, die mit männlichen und weiblichen Vornamen bezeichnet wurden.

* Mai 2003: Schon einen Monat später passte Google seine Art, Backlinks zu zählen und zu berücksichtigen mit dem Dominic Update an. Der massive Linkaufbau über Linkfarmen wurde damit erstmals erschwert.

* Juni 2003: Die Geliebte des Glöckners von Notre Dame stand für das Esmeralda Update Pate. Dabei handelte es sich weniger um eine direkt Änderung des Suchalgorithmus, sondern vielmehr um eine Anpassung der gesamten Infrastruktur der Google Suche. Esmeralda sorgte dafür, dass alle Google Updates nicht mehr in monatlichen Einzelschritten, sondern in größerer Kontinuität erfolgten. Man spricht deshalb auch von „Everflux“.

* Juli 2003: Das Fritz Update beendete schließlich die heftigen Auswirkungen der Algorithmusanpassungen, die im Google Dance sichtbar wurden, dadurch, dass der Suchindex nicht mehr nur ein Mal im Monat aktualisiert wurde, sondern täglich in kleinen Schritten Optimierungen erfolgen.

* September 2003: Mit dem sogenannten „Supplemental Index Update“ vollzieht Google einen spannenden Wandel bei der Indizierung von Websites. Denn es werden dadurch nicht mehr nur die Inhalte im Quellcode der Website indiziert, sondern es können auch zusätzliche Dokumente oder Zusatzinformationen in einem eigenen Index gespeichert und entsprechend in den SERP ausgegeben werden. Allerdings könnte man das Supplemental Index Update als eine Art Experiment des Suchmaschinenkonzerns betrachten.

* November 2003: Einen deutlichen Schritt gegen Webspam unternahm Google mit dem Florida Update. Bis heute wird es als eines der Google Updates mit den größten Auswirkungen betrachtet. Denn seit dieser Anpassung des Algorithmus haben Black Hat-Methoden wie Keyword-Spam oder -Stuffing endgültig keinen Nutzen mehr für die Suchmaschinenoptimierung.

Im Jahr 2004 reduzierte sich die Zahl der Google Updates auf zwei. Eine direkte Folge des Fritz Updates.

* Januar 2004: Zwei Monate nach dem Florida Update justierte Google mit dem Austin Update nach. Damit wurden weitere Spam-Techniken abgestraft, wie z.B. der Missbrauch von Metadaten oder das Einfügen von unsichtbaren Texten (Schriftgröße 0, weißer Text auf weißem Hintergrund usw.).

* Februar 2004: Durch das Brandy Update schuf Google eine neue Methode der Indizierung, das latent semantic indexing (LSI)[1]. Damit stellte der Suchmaschinenkonzern die Weichen für zukünftige Indizierungsmethoden, die mehr auf die thematische Relevanz von Websites abzielte als auf die simple Relevanz über die vorhandene Keyworddichte. Ein weiterer Vorteil des LSI war die Analyse von Linknachbarschaften sowie die Einstufung der Relevanz von Anktertexten. Das Brandy Update wurde schließlich zum Sammelbegriff für eine ganze Reihe verschiedener Updates, die Google im Februar ausrollte.

Das Jahr 2005 setzte die Tendenz fort, Webspam zu bekämpfen. In diesem Jahr lag der Fokus noch stärker auf der Verbesserung, Spamlinks zu identifizieren. In diesem Zusammenhang ist z.B. auch die Einführung des nofollow-Attributs zu erwähnen, das gemeinsam von Google, Bing und Yahoo initiiert wurde, um die Qualität von Backlinks zu steigern und zugleich Webspam zu bekämpfen. Eine weitere wichtige Neuerung in diesem Jahr war die Einführung der personalisierten Suche, die auf der Basis der von Nutzern eingegebenen Begriffe basieren sollte und die Suchergebnisse demnach anpasste.

Mit Hilfe der über die Google Search Console eingereichten XML-Sitemap konnten Webmaster nun erstmals die Indizierung von Webinhalten durch Google direkt beeinflussen und steuern. Auf einer weiteren Ebene optimierte Google. So wurde das Local Business Center mit den Daten aus Google Maps zusammengeführt.

* Februar 2005: Mit dem Allegra Update veränderte Google seinen Algorithmus und startete erstmals damit, Websites mit spamverdächtigen eingehenden Links abzustrafen. Seither wird dabei auch von einer Penalty gesprochen.

* Mai 2005: Schon drei Monate später wurde die Websuche erneut modifiziert. Durch das Bourbon Update sollte vermutlich u.a. Duplicate Content entlarvt werden, z.B. auch interner Duplicate Content durch Websites, die beispielsweise sowohl per www. als auch ohne www. erreichbar sind.

* Oktober 2005: Mit dem Jagger Update zielte Google erneut auf unnatürliche Links ab. Im Zeitraum von drei Monaten wurde der Suchalgorithmus angepasst. In der Folge verloren Websites ihre guten Rankings, wenn ihre Backlinkstruktur aus Links von mangelhafter Qualität bestand, also aus Backlinks von Linkfarmen, reziprokem Linktausch oder aus nachweislich bezahlten Links.

* Dezember 2005: Vom Big Daddy Update waren die Rankings und die Suchergebnisse nicht direkt betroffen. Vielmehr installierte Google damit eine neue Software, die grundsätzliche Änderungen an der Art der Indizierung und des Crawlings mit sich brachte. Die Softwareaktualisierung dauerte bis März 2006 an.

* November 2006: Das im Jahr 2003 erstmals eingeführte Supplemental Index Update erfuhr im Jahr 2006 einige Neuerungen. So wurden u.a. neue Richtlinien zum Umgang mit Websites etabliert, die dem Google-Filter zum Opfer gefallen waren.

Im Jahr 2007 wurde das Erscheinungsbild der SERP fundamental erneuert. So konnten User ab der Mitte des Jahres auch die vertikalen Suchfunktionen in der gewohnten Suchansicht verwenden.

* Mai 2007: Das Universal Search Update zeigt, wie umfangreich sich die Google-Suche erweitert hat. Der Konzern integrierte damit seine vertikalen Suchfunktionen in die Startseite. Mit einem Klick können Nutzer nun anstelle des kompletten Indexes nach Bildern oder News suchen.

* Juni 2007: Mit dem sogenannten Buffy Update erfolgten kleine Änderungen am Suchalgorithmus. Der Name des Updates soll zu Ehren einer ehemaligen Mitarbeiterin, Vanessa Fox, gewählt worden sein. Diese soll sich exzellent mit der Vampirjägerin Buffy auskennen.

* März 2008: Über die Inhalte des Dewey Updates war man sich in der SEO-Szene nicht einig. Ein interessantes Resultat des Google Updates war, dass die Suchergebnisse unterschiedlich ausfielen, je nachdem, welche Google Server sie auspielten.

* September 2009: Das Vince Update wird auch als Brand Update bezeichnet. Denn nach dieser Algorithmus-Änderung wurden Marken in den SERP bevorzugt. Es sollte damit gesichert werden, dass User die relevanteste Seite finden, wenn Sie gezielt nach einer Marke suchen.

Das Jahr 2010 brachte einen Paradigmen-Wechsel in der Websuche. Durch eine große Anpassung der Infrastruktur erhielten Nutzer nun Ergebnisse, die viel aktueller waren als alle vorherigen.

* Mai 2010: Zwischen Ende März und Anfang Mai spielte Google das sogenannte May-Day-Update aus. Betroffen von den Änderungen der Google-Suche waren vor allem Longtail-Keywords.

* Juni 2010: Durch die Einführung des Caffeine Updates schuf Google schließlich eine neue Infrastruktur seiner Suche. Zum einen konnten Webinhalte danach um ein Vielfaches schneller indiziert werden und User erhielten Ergebnisse auf Suchanfragen, die um mehr als die Hälfte aktueller waren als zuvor.

Das Jahr 2011 ist für SEOs ein markanter Wendepunkt der Updates für die Google-Suche. Denn es steht ganz im Zeichen eines Tiers, dem Panda. Dieser gab den Namen für eines der am einflussreichsten Updates in der Geschichte des Suchmaschinenkonzerns.

* Februar 2011: Das Google Panda Update wird erstmals auf englischsprachige Suchergebnisse in den USA angewendet. Mit der Einführung dieser Algorithmus-Anpassung beurteilt Google die Qualität von Websites auf eine neue Weise. Mangelnde Qualität kann zu deutlichen Sichtbarkeitsverlusten in den SERP führen. Das Panda Update wurde in diesem Jahr insgesamt neun Mal angepasst.

* August 2011: Durch das sogenannte Expanded Sitelinks Update können die Suchergebnisse um Deep Links auf Unterseiten einer Domain erweitert werden. Die Sitelinks werden vor allem bei „brand queries“ angezeigt, z.B. wenn ein User nach OnPage.org sucht.

* November 2011: Das Freshness Update sorgt dafür, dass bei Suchanfragen möglichst aktuelle und neue Ergebnisse angezeigt werden.

Das Jahr 2012 bringt ein weiteres einschneidendes Google Update. Zum Panda gesellt sich der Penguin. Das Panda Update wir in diesem Jahr gleich 13 Mal aktualisiert und sorgt immer wieder für starke Veränderungen in den SERP.

* Januar 2012: In Folge des Page Layout Algorithm Updates müssen Publisher darauf achten, dass Werbung und Inhalte auf der Website in einem guten Verhältnis stehen. Berücksichtigt wird dabei vor allem, der Bereich „above the fold“, also das, was der User sieht, ohne zu scrollen.

* Februar 2012: Nach der Einführung des Venice Update wurden erstmals Einträge aus Google Places in die SERP integriert. Die lokale Suche wurde somit erneut aufgewertet.

* März 2012: Google führte im März eine ganze Reihe verschiedener kleinerer Anpassungen des Algorithmus durch. Diese werden als „March 50-Pack Update“ bezeichnet. Ziel der Änderungen war u.a. die bessere Identifizierung von qualitativ hochwertigem Content sowie die verbesserte Analyse von Linktexten.

* April 2012: Ein einschneidender Moment für viele Webmaster war die Einführung des Penguin Update. Google ging damit erneut massiv gegen Webspam vor. Betroffen sind vor allem Websites, die in verstärktem Maße Techniken zur Verbesserung des Rankings einsetzen, die nicht konform mit den Google Webmaster Guidelines sind. Das Penguin Update wurde im laufenden Jahr gleich drei Mal modifiziert.

* August 2012: Das DMCA Penalty Update (auch: Pirate Update) richtete sich vor allem gegen Websites, die erneut gegen Urheberrechte verstoßen haben. Entsprechende Meldungen erhielten die Betreiber u.a. über die Google Search Console.

* September 2012: War es lange Zeit gängige Praxis, gute Rankings mit Keyword-Domains zu erzielen, auch wenn deren Inhalte dürftig waren, ist das nun seit dem Exact-Match-Domain Update passé.

Im Jahr 2013 überarbeitete Google seine markanten Updates Panda und Penguin kontinuierlich weiter. So erhielt u.a. das Panda Update seine 26. Anpassung. * Mai 2013: Mit dem Google Penguin Update 2.0 erhielt die Algorithmus-Veränderung eine deutliche qualitative Verbesserung. Webspam wird danach noch restriktiver verfolgt und viele Websites haben deutliche Traffic Einbußen in Folge einer geringeren Sichtbarkeit.

* November 2013: Mit den Auswirkungen des sogenannten Payday Loan Update haben vor allem Websites zu kämpfen, die Blackhat-Methoden anwenden, um die Suchergebnisse zu manipulieren. Hierzu zählen u.a. das Einfügen von Schadsoftware und Malware auf anderen Seiten, über die Backlinks generiert werden. In besonderem Maße sind vom Payday-Loan Update Suchanfragen betroffen, die häufig mit Spam assoziiert werden, z.B. Keywords wie „kredit“, „casino“ usw.

* November 2013: Eine grundsätzliche Neuausrichtung der Google-Suche verspricht das Hummingbird Update. Google baut damit seine Möglichkeiten der semantischen Suche deutlich aus und kann in den SERP Vergleiche oder Zusammenhänge darstellen. Deutlich wird dies auch an der Überarbeitung des Knowledge Graph.

Im Jahr 2014 werden die bisher erfolgreich eingeführten Updates Panda, Penguin und Payday Loan weiter ausgebaut. * Mai 2014: Das Payday-Loan Update 2.0 verschärft die Änderungen für spam-behaftete Suchanfragen erneut.

* Mai 2014: Seit 2011 wurde das Panda-Update mehrfach angepasst. Mit dem Panda Update 4.0 sollen vor allem Websites mit mäßigen Inhalten getroffen werden. Für die neue Ausrichtung wurden die Algorithmen der Google-Suche modifiziert.

* Juni 2014: Mit dem Payday-Loan Update 3.0 richtet sich Google nun vor allem gegen spamverdächtige Suchanfragen.

* Juli 2014: Das Pigeon-Update beeinflusste vor allem lokale Suchergebnisse in den USA. Laut Aussagen Googles wurden damit zugleich der lokal genutzte Algorithmus an den zentralen Suchalgorithmus angepasst und damit verknüpft. Im Dezember erfolgte der Roll-Out in Australien, Großbritannien und Kanada.

* August 2014: Die auch „https- oder SSL-Update“ genannte Anpassung des Algorithmus geht auf eine Ankündigung Googles zurück, die SSL-Verschlüsselung von Websites als Rankingfaktor zu definieren.[2]

* September 2014: Eine Anpassung des Panda-Updates (Panda 4.1) wurde in diesem Monat von Google angekündigt. Der Roll-Out würde sehr langsam erfolgen. Betroffen seien zwischen 3 und 5 Prozent aller Suchanfragen weltweit.

* Oktober 2014: In diesem Monat startete ein Jahr nach der letzten Anpassung das Penguin 3.0-Update. Laut verschiedener Aussagen handelte sich dabei aber nicht um eine zentrale Änderung des Algorithmus, sondern eher um einen Data-Refresh. Im gleichen Monat erfolgte auch das Pirate 2.0-Update, das vor allem für große Rankingverluste bei Websites sorgte, die gegen Urheberrechte verstießen, wie zum Beispiel Torrent-Websites.

* Dezember 2014: Ende 2014 verkündetet Google, dass das Penguin-Update keine großen einmaligen Anpassungen mehr erfahren solle, sondern kontinuierlich angepasst wird. Man spricht deshalb auch vom Penguin Everflux. Seiten, die von Maßnahmen in Folge des Penguin-Updates betroffen sind, haben durch die stetigen Updates die Möglichkeit, sich schneller wieder von Strafen zu erholen.

* April 2015: Das Mobilegeddon-Update wurde am 21. April 2015 gestartet. Seither ist Mobile Friendliness ein Rankingfaktor und mobil optimierte Websites haben in der mobilen Google-Suche bessere Chancen, gut zu ranken.

* Mai 2015: Mit dem Beginn des Monats Mai startete Google im Jahr 2015 eine grundlegende Anpassung des Algorithmus. Welche Elemente damals genau angepasst wurden, gab das Unternehmen nicht bekannt. Es wurde später von Qualitätssignalen gesprochen, die verstärkt berücksichtigt werden sollen. Das als Google Phantom Update bezeichnete Core Algorithmus Update hatte weltweit zum Teil massive Auswirkungen auf die Sichtbarkeit vieler Websites.

* Juli 2015: Mit dem Panda 4.2 wurde vermutlich ein Data-Refresh durchgeführt.

* Oktober 2015: In einem Interview mit dem Nachrichtensender Bloomberg erläutert ein Google-Mitarbeiter „Google Rankbrain“. Dabei handelt es sich um einen Teil des Suchalgorithmus, der allein auf Künstlicher Intelligenz basiert. Das Update soll vor allem Suchanfragen interpretieren, die vorher noch nicht gestellt wurden und dadurch bessere Suchergebnisse ausliefern.

Ausblick

Die Entwicklung der Google-Updates zeigt deutlich, dass der Suchmaschinenkonzern heute mehr denn je in der Lage ist, minderwertige Inhalte sowie eine „verdächtige“ Linkstruktur aufzudecken. Die Update-Frequenz steigt und somit auch die immer feinere Justierung des Algorithmus. Laut Unternehmensangaben soll zum Beispiel das Penguin Update nicht mehr in großen Schritten, sondern zukünftig als „Live Update“ angepasst werden. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: Zum einen erhalten User bessere Sucherergebnisse und zum anderen wird es für Suchmaschinenoptimierer immer anspruchsvoller, gute Rankings zu erzielen. Wer heute noch auf „Bugs“ der Google-Suche optimiert, setzt bewusst auf ein Vabanquespiel, bei dem mit ernsthaften Konsequenzen d.h. massiven Sichtbarkeitsverlusten zu rechnen ist.

Spätestens mit dem Hummingbird Update hat Google gezeigt, wohin die Websuche tendiert. Google wird keine keywordbasierte Frage-Antwort-Maschine mehr, sondern eine Antwortmaschine, die auch auf komplexe Fragestellungen angemessen reagieren kann, und das geräteübergreifend und per Sprachsteuerung. Mit Panda und Penguin hat das Unternehmen zugleich zwei Stellschrauben zur Hand, mit deren Hilfe die Qualität sukzessive verbessert werden kann.

Einzelnachweise

  1. Latent semantisches Indizieren anhand von kurzen Texten hci.uni-konstanz.de Abgerufen am 29.05.2014
  2. https as a ranking signal googlewebmastercentral.blogspot.de Abgerufen am 10.11.2015

Weblinks